Thema Pastor Konrad, RCC Sommercamp

Wir sollen uns um unsere Rettung kümmern, das ist unsere Grundlage. Das erste und wichtigste Thema darüber ist, wie wir gerettet werden und das zweite Thema, wie wir gerettet bleiben. Das zweite Thema besteht aus tausend Themen. Mit der Zeit wachsen wir im Herrn und lernen neue Dinge. Etwas, was vor zwei bis drei Jahren einmal ein Problem dargestellt hat, ist jetzt plötzlich keines mehr. Wir wollen immer besser werden. Wenn ihr ein neues Instrument lernt, euch z.B. eine Gitarre oder ein Euphonium kauft, dann ist es anfangs schwierig, einen Ton zu erzeugen. Zuerst lernt ihr Solos zu spielen und danach die ganzen Feinheiten des Spielens. Dann macht ihr euch keine Sorgen mehr über die Grundlagen, weil ihr diese beherrscht. Genau dasselbe ist es mit dem Heiligen Geist. Das Problem ist, wenn ihr ein Instrument falsch lernt, weil ihr den Lernprozess beschleunigen wollt. Diese Schüler werden nie gut spielen können, wenn sie nicht korrigiert werden. Ich korrigiere diese Schüler dann sehr oft, denn das ist meine Aufgabe. Genauso funktioniert das auch mit dem Heiligen Geist. Wir müssen die Grundlagen beherrschen, die wunderbar einfach sind. Die Bibel ist ein einfaches Buch. Die Leute machen sie aber absichtlich komplizierter. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Wenn ihr nicht wisst, welche Absicht dahinter steckt, dann geht es meistens ums Geld.

Es ist sehr wichtig, im Geist zu wachsen und sich um seine Rettung zu kümmern. Das ist unsere einzige Arbeit im Leben. Für den Herrn ist es nebensächlich, welchen Beruf wir ausüben, ob Hotelangestellter, Musiker oder Arzt. Für Ihn zählt nur, dass wir gerettete Christen, oder besser noch, Prediger sind. Eure Arbeit ist es, Christus anderen Menschen widerzuspiegeln. Denn manchmal kann es sein, dass ihr der einzige Christus oder die einzige Bibel seid, die diese Menschen treffen. Heutzutage lesen die Menschen die Bibel nicht mehr und das verstehe ich, denn wenn man all die verrückten „superchristlichen“ Kirchen anschaut und was diese predigen, dann will man mit diesen Leuten so wenig wie möglich zu tun haben. Auch mir ging das so. Ein Christ zu sein war das letzte Ding in meinem Leben, das ich mir vorstellen konnte. Wenn mir vor 25 Jahren jemand gesagt hätte, dass ich einmal Christ sein werde, dann hätte ich Ihn ausgelacht. Ich hatte diese Beispiele von so genannten Christen in der Welt gesehen, diese haben mir von Christus erzählt und ich dachte mir: „Wenn dies Christus ist, dann will ich ihn nicht.“ Es schien so, als wäre Gott immer pleite, denn sie sprachen viel über Geld. Das ist keine gute Zeugenaussage. Wir haben diese wundervolle Möglichkeit, das Wort Gottes kennen zu lernen, so wie es ist- sehr unkompliziert.

Es ist sehr einfach, lasst euch taufen, empfangt den Heiligen Geist, geht den Weg und versucht euer Bestes zu geben.

Nun zu einer Geschichte: Da war eine Angestellte namens Barbara. Sie arbeitete in einer Firma als Sicherheitsbeauftragte und hatte einen wirklich netten Chef. Er war ein sehr hilfsbereiter Mann, hat seinen Angestellten oft geholfen, wenn sie Geld brauchten oder andere Probleme hatten.  Auch sie war eine sehr nette Frau, sie war eine von vielen Sicherheitsbeauftragten dort. Sie hatte einen sehr angenehmen Job, den sie auch liebte und hatte Handlungsfreiheiten. Trotz alledem entschied sie sich dazu, den Kaffee der Angestellten zu stehlen. Das ist eigentlich keine große Sache, dennoch wurde sie gefeuert und fiel in ihrem kleinen Dorf, in dem sie lebte, in Ungnade und war dann dort als Diebin bekannt.  Eine schreckliche Sache! Ich hatte Mitleid mit ihr und betete für sie. Doch diese Frau war eine erwachsene Person und sie wusste, was sie tat. Sie war kein Kind, das manchmal dumme Dinge anstellt und dem man als Strafe dann das Handy wegnimmt und das daraufhin drei Monate lang wieder brav ist.

Auch in der Bibel gibt es solche Geschichten, z.B. die Geschichte von Adam und Eva gleich am Anfang. Sie hatten alles, was sie brauchten und lebten an einem wunderschönen Ort, bis Eva mit der Idee kam, Gott ungehorsam zu werden. Sie wollte mehr! Die Konsequenz, die daraus resultierte, erfahren wir auch heute noch. Das ist eine der größten Tragödien der Welt.

Eine andere Geschichte, wahrscheinlich die schrecklichste in der Geschichte der Welt, ist die von Judas. Er hatte alles gesehen, arbeitete drei Jahre mit Jesus zusammen, hatte viele Wunder gesehen und dennoch stahl er Geld aus der Kasse. Da fragt man sich, ob etwas mit ihm nicht stimmte? Er bekam den schlechtesten Deal, den jemals jemand in der Geschichte der Menschheit erhielt: jemand musste Jesus verraten, das stand schon so in den Schriften. Es gab also das Angebot, wer Jesus verkaufen wollte. Wie schrecklich. Denn alle Leute, die mit Jesus zusammen waren, hatten große Möglichkeiten.

Es ist schade, dass wir Menschen manchmal nicht die Fähigkeit besitzen, die Dinge, die wir haben, zu schätzen. Jeder von uns hier gehört zu den 3%-5% der Weltbevölkerung, die reich sind. Wir können alle in Sicherheit leben, haben Geld in unseren Taschen und ein Dach über dem Kopf. Trotzdem beklagen wir uns über die Politiker, oder Steuern, die wir bezahlen müssen, usw. Wacht auf! Keiner von uns kann sich beschweren. Heute nach der Versammlung sammeln wir Geld für unsere Brüder und Schwestern in Afrika. Diese bekommen, wenn sie Glück haben, einmal am Tag eine Mahlzeit. Meistens ist es jedoch eher alle zwei Tage. Trotzdem sind sie glücklich, denn eine warme Mahlzeit am Tag ist bereits mehr, als sie gewohnt sind. In unseren Kulturkreisen fasten wir zwischen den Mahlzeiten. Es ist wichtig, dass wir verstehen, was wir haben, denn wir haben so viel.

Es ist auch wichtig, dass wir dankbar für unsere Rettung sind. Denn sie ist so wunderbar und so kostbar. Manchmal komme ich zu den Versammlungen und bin sehr müde oder verärgert von der Arbeit, doch dann schaue ich in die Gesichter der Leute in unserer Gemeinde hier. Jeder von euch ist fantastisch. Welch besseren Ort gibt es, an dem ich sein kann? Was für ein Segen! Auf diesen Segen sollen wir aufpassen. Wenn vielleicht jemand schlechte Gedanken jemand anderem gegenüber in der Gemeinde hat oder allgemein negative Gedanken hat, dann beginnt man auch die schönen Dinge negativ zu sehen. Bewirkt euer Heil mit Furcht und Zittern, kümmert euch um eure Rettung. Wenn sich etwas Negatives in euren Leben einschleicht, dann versucht es los zu werden, und zwar sofort. Denn es wird sich einschleichen wie ein Dieb und euch einer schönen Stunde, einer Woche, eines Monats oder Jahres berauben, wenn ihr euch zu viel mit diesen negativen Dingen beschäftigt. 

Die nächste Geschichte, die ich euch erzähle, erzähle ich nicht, um euch zu korrigieren. Ich weiß nämlich, dass ihr alle wundervolle Menschen seid, die das Richtige tun wollen. Sondern ich erzähle euch die Geschichte, damit ihr euch einer Sache bewusst werdet, in die jeder von uns die Fähigkeit hat zurückzufallen. Schauen wir uns das Buch Esther an. Dieses Buch ist sehr interessant und spricht über sehr viele Geschichten. Wir konzentrieren uns jetzt aber nur auf eine, und zwar darauf, wie wir an wundervollen Dingen festhalten sollen. Lasst uns also bei Esther 1:1 beginnen:

1 Und es geschah in den Tagen des Ahasveros– das ist der Ahasveros, der von Indien bis nach Kusch über 127 Provinzen regierte –,2 in jenen Tagen also, als der König Ahasveros auf seinem Königsthron saß, der in der Burg Susa war, 3 im dritten Jahr seiner Regierung, da veranstaltete er ein Gastmahl für all seine Fürsten und Knechte, wobei das Heer von Persien und Medien, die Vornehmen und Fürsten der Provinzen vor ihm waren.

Hier lesen wir von einem sehr mächtigen König, der über Medien und Persien, einem sehr großen Reich regierte. Er war der mächtigste König zur damaligen Zeit. Dieser König wollte ein Fest veranstalten.

4 und wobei er den Reichtum und die Herrlichkeit seines Königreiches und die glänzende Pracht seiner Größe viele Tage lang, 180 Tage, zur Schau stellte.

Das muss ein sehr rauschendes Fest gewesen sein. Stellt euch vor 180 Tage! Ich kann hier beim Camp eine Woche feiern, aber nach 180 Tagen würde ich nicht mehr in dieses T-Shirt reinpassen. Die Schrift hier zeigt uns also, wie bedeutend diese Leute waren.

5 Und als diese Tage zu Ende waren, veranstaltete der König für alles Volk, das sich in der Burg Susa befand, vom Größten bis zum Kleinsten, ein Gastmahl von sieben Tagen im Hof des königlichen Palastgartens. 6 Weißes Leinen, Baumwollstoffe und violetter Purpur waren mit Schnüren aus Byssus und rotem Purpur in silbernen Ringen und an Marmorsäulen aufgehängt. Goldene und silberne Ruhelager standen auf einem Mosaikboden aus Bahat und Marmor und Darsteinen und Socheret.

Vers 6 spricht darüber, wie wundervoll all die Dinge auf diesem Fest waren. Wir können nach dem Camp auch sagen, dass wir eine schöne Grillparty hatten, bei der uns Mariusz sehr lecker aufgetischt hat.

8 Und als Trinkordnung galt: Keiner soll nötigen! Denn so hatte es der König für alle Vorsteher seines Hauses angeordnet, dass sie nach dem Belieben eines jeden tun sollten.

Vers 8 ist sehr interessant, er zeigt, dass der König sehr liberal war und niemanden zu etwas zwang. Normalerweise waren es die Menschen in Persien gewohnt, dass der König ihnen sagte, was sie tun mussten.

9 Auch die Königin Wasti veranstaltete ein Gastmahl für die Frauen im königlichen Haus, das dem König Ahasveros gehörte.

Hier lesen wir, dass auch seine Königin ein Fest veranstaltete.

10 Am siebten Tag, als das Herz des Königs vom Wein fröhlich war, befahl er Mehuman, Biseta, Harbona, Bigta und Abagta, Setar und Karkas, den sieben Eunuchen, die den König Ahasveros persönlich bedienten, 11 die Königin Wasti mit dem königlichen Diadem vor den König kommen zu lassen, um den Völkern und Fürsten ihre Schönheit zu zeigen; denn sie war von schönem Aussehen.

Der König hatte sich also auf seinem Fest betrunken (ich schätze, das ist etwas, was die Leute in der Welt machen) und zeigte den Gästen seine Besitztümer. Zum Schluss wollte er noch seine hübsche Königin zeigen, um damit zu demonstrieren, dass er wirklich alles hat.

12 Aber die Königin Wasti weigerte sich, auf das Wort des Königs hin zu kommen, das ihr durch die Eunuchen überbracht worden war. Da wurde der König sehr zornig, und sein Zorn entbrannte in ihm.

Königin Wasti hatte alles. Sie war die Königin und der König bewunderte Ihre Schönheit. Sie hatte es wirklich gut, aber sie wusste es nicht zu schätzen.

13 Und der König sprach zu den Weisen, die die Zeiten kannten – denn so kam gewöhnlich eine Angelegenheit des Königs vor alle Gesetzes- und Rechtskundigen, 14 und die ihm am nächsten Stehenden waren Karschena, Schetar, Admata, Tarsis, Meres, Marsena, und Memuchan, die sieben Fürsten der Perser und Meder, die das Gesicht des Königs sahen, die den ersten Sitz im Königreich innehatten –:

Der persische König war zwar ein absoluter Diktator, aber er hatte trotzdem seine Berater. Das war der Grund, warum das persische Reich eines der größten Reiche in der Geschichte war. Dieser Mann besaß wahre Weisheit und wusste, dass er durch eine Menge an Beratern noch mehr Weisheit erlangen würde. Mir gefällt diese Schrift sehr gut. Dieser König war ein toller Mann.

15 Was ist nach dem Gesetz mit der Königin Wasti zu tun, dafür, dass sie den Befehl des Königs Ahasveros, der durch die Eunuchen überbracht worden ist, nicht befolgt hat? 16 Da sprach Memuchan vor dem König und den Fürsten: Nicht allein am König hat sich die Königin Wasti vergangen, sondern auch an allen Fürsten und an allen Völkern, die in allen Provinzen des Königs Ahasveros wohnen. 17 Denn das Verhalten der Königin wird zu allen Frauen hinausdringen und ihre Ehe herren in ihren Augen verächtlich machen, wenn man sagt: Der König Ahasveros befahl, die Königin Wasti vor ihn kommen zu lassen, aber sie kam nicht! 18 Noch heute werden die Fürstinnen von Persien und Medien, die von dem Verhalten der Königin gehört haben, das allen Fürsten des Königs vorhalten; und es wird Verachtung und Verdruss genug geben. 19 Wenn es dem König recht ist, gehe ein königlicher Erlass von ihm aus, und er werde geschrieben in die Gesetze der Perser und Meder, und zwar unwiderruflich: Wasti darf nicht mehr vor den König Ahasveros kommen! Ihre Königswürde aber gebe der König einer anderen, die besser ist als sie.

Die Gesetze der Meder und Perser konnten nicht widerrufen werden. Ähnlich sind auch die Regeln für uns Christen: wenn wir einmal „Ja“ sagen, dann soll es ein „Ja“ bleiben. Manchmal passiert uns vielleicht, dass wir etwas sagen und danach wünschen wir uns, das nicht gesagt zu haben. Es zeigt uns das Wesen dieser Menschen. Ihr wundert euch vielleicht, warum diese Länder ein großes Königreich wurden. Sie gründen auf strengen Regeln. Warum werden Kirchen groß? Auch dort gibt es Regeln, nicht von Pastoren gemacht, sondern vom Herrn. Wenn sich die Leute an die Regeln halten, dann entsteht eine Nation nobler Leute. Dann werden Dinge einfach funktionieren und zwar auf spektakuläre Art und Weise. Lesen wir noch einmal Vers 19:

19 Wenn es dem König recht ist, gehe ein königlicher Erlass von ihm aus, und er werde geschrieben in die Gesetze der Perser und Meder, und zwar unwiderruflich: Wasti darf nicht mehr vor den König Ahasveros kommen! Ihre Königswürde aber gebe der König einer anderen, die besser ist als sie.

Das wars, vielen Dank!! Ich würde gerne Wastis Gesicht sehen. Sie hatte ALLES. Sie war Königin eines der größten Nationen, ihr Mann war ein großartiger und weiser Mensch. Später, in Kapitel 2, können wir lesen, wie der König an Wasti zurückdenkt und darüber, wie schön es war. Aber er kann sein Wort nicht mehr zurücknehmen, denn die Leute beobachten ihn.

Ich bin froh, dass der Herr viel barmherziger ist. Er vergibt uns unsere Verfehlungen. Würde Gott das nicht machen, wären wir alle weg. Wenn ihr aber an falschen Gedankenmustern oder Verhaltensweisen festhaltet, dann endet ihr so wie diese Frau. Das kann jedem von uns passieren. Deshalb gefällt mir diese Geschichte auch sehr gut. Denn Wasti hatte ALLES! Ihr Ehemann war ein netter Mensch, wahrscheinlich war er zu gut. Wenn ihr also von netten, warmherzigen Leuten umgeben seid, dann nehmt das nicht als selbstverständlich hin. Respektiert es und dankt dem Herrn dafür. Seid dankbar dafür, in welchem Land ihr lebt, denn es ist ein toller Ort. Es ist wichtig, dass wir mit reinen Augen auf die Dinge schauen und das schätzen, was wir haben, denn wir haben so viel. Geistig gesehen haben wir alles: wir sind gerettet, wir sind an einem guten Ort und wir sind von wunderbaren Leuten umgeben. Was wollt ihr mehr? Vielleicht einen Aston Martin? Falls ich mir einen kaufe, dann dürft ihr gerne eine Runde damit drehen. Wenn ihr also mal einen schlechten Tag habt, dann dankt dem Herrn, dass ihr Teil dieser wunderbaren Gemeinde sein dürft, geistig und physisch.

Amen