Thema Pastor Carl, Sommercamp 2022
Es ist wunderbar, hier beim Camp sein zu können und die Gesichter zu sehen, die ich die vergangenen paar Jahre nur über Zoom gesehen habe. Es ist großartig, euch live zu sehen, denn wir sind nur kleine Punkte da draußen in der Welt. Deshalb ist es so wundervoll, hier zusammen zu sein und die Liebe und Einheit im Geist zu teilen.
Ich möchte nun, dass ihr für einen Moment über die Liebe und das Wesen von Gott nachdenkt und darüber, wie Gott wirklich ist. Wie nehmt ihr Gott wahr? Manchmal meinen Leute, dass Gott ein Mensch sei. Wenn ihr z.B. mit den Mormonen sprecht, dann werden sie euch ohne Zweifel sagen, dass Gott ein Mensch sei. Jesus sagte jedoch, dass Gott ein Geist ist und jene, die Ihn anbeten, müssen Ihn in Geist und Wahrheit anbeten. Wenn wir also daran denken, dass Gott ein geistliches Wesen ist, dann ist es für mich unmöglich, zu verstehen, was das bedeutet. Die Bibel sagt uns, dass Er alle Dinge erschaffen hat, die wir sehen und die wir nicht sehen können. Er hat die Dinge im Hier und Jetzt geschaffen und auch jene, die noch kommen werden. All das hat Er durch Seine Hand geschaffen. Wenn wir an das Universum denken und daran, wie viel wir davon sehen können, dann können wir uns fragen: Wie groß ist die Erde in diesem Universum? Wir hören heutzutage von der Milchstraße. Die Erde ist im Vergleich dazu nicht einmal ein Stecknadelkopf im Universum. Was denken wir von uns als Menschen, wer wir sind? Wie groß sind wir im Vergleich zur Erde? Wären wir so groß wie ein Stecknadelkopf auf der Erde?
Was wir sehen, ist eine Welt der Ordnung. Gott hat Seine Schöpfung so erschaffen, dass alle Dinge miteinander harmonieren und dass sie so funktionieren, wie Er möchte. Deshalb gibt es auch einen göttlichen Plan für die Welt und auch dafür, wie man gerettet und Teil Seines Königreiches werden kann, gibt es einen präzisen Weg. Natürlich verstehen all jene unter uns, die den Heiligen Geist empfangen haben, dass die Bibel uns angeleitet hat, zu bereuen, sich durch vollständiges Untertauchen in Wasser taufen zu lassen und den Heiligen Geist mit dem Beweis der Zungensprache zu empfangen. Das bedeutet, Gott in Geist und Wahrheit anzubeten. Jesus sagt, die wahren Anbeter, sollen den Vater in Geist und Wahrheit anbeten.
Viele wohlgesinnte Leute haben sich verpflichtet, Gott mit religiösen Ideen, Ideologien und Gedanken zu dienen. Sie haben sich mit guter Absicht und dem Wunsch auf den Weg gemacht, dem Gott, den sie nicht sehen können zu dienen. Trotzdem hat Gott einen Weg festgelegt: So wie Er die Naturgesetze und die Gesetze des Universums festgelegt hat, genauso hat Er auch einen Weg festgelegt, Ihn zu finden und ein Teil von Ihm zu werden. Viele Menschen heutzutage bekennen sich dazu, an Jesus zu glauben und streben danach, Gott zu dienen, indem sie versuchen, bestimmte Regeln, Vorschriften und Gebote einzuhalten, die denen des Alten Testaments ähneln. Doch im Alten Testament, im Buch Jeremia, sagt dieser, dass Gott einen neuen Bund, ein Neues Testament bzw. einen neuen Vertrag mit dem Haus Israel schließen wird. Dieser wird ganz anders sein als der alte Vertrag oder das Alte Testament. Genau das ist es, worum es in diesem heutigen Thema geht, dass jede Person, die zu Jesus Christus kommt, den Heiligen Geist empfängt und dadurch auch die Fülle Gottes.
Das Johannes Evangelium erzählt uns, dass wir alle die Fülle des Herrn empfangen haben. Also hat jeder hier im Raum, der den Heiligen Geist empfangen hat, genau die gleiche Kraft und genau die gleiche Rettung, die Gott uns anbietet. In der Bibel lesen wir auch, dass Gott in dem Moment, in dem Er uns den Heiligen Geist gegeben hat, ein gutes Werk in uns begonnen hat. Es geht also nicht darum, dass wir alleine sind und selbst herausfinden müssen, wie es funktioniert und versuchen, Gott durch menschengemachte Gebote zu dienen. Vielmehr geht es eben um dieses Werk, das Gott in jedem von uns begonnen hat. Die Bibel sagt uns auch, dass Gott dieses Werk begonnen hat und auch entschlossen ist, dieses Werk zu beenden, mit anderen Worten, Er ist bereit, es bis zum Ende durchzuziehen, also bis zur Rückkehr von Jesus Christus. Das lesen wir auch in Philipperbrief 1:6:
„Ich bin ebenso in guter Zuversicht, dass der, der ein gutes Werk in euch angefangen hat, es vollenden wird bis auf den Tag Jesu Christi.“ (ELB)
Es geht hier nicht um Religion, sondern um eine lebendige Erfahrung mit einem lebendigen Gott durch Seinen Sohn Jesus Christus. Auch geht es nicht darum, dass wir Menschen alleine in der Finsternis wandeln und versuchen herauszufinden, ob Gott dies oder jenes möchte. Sondern vielmehr geht es um Christus, der in den Gläubigen lebt. Wenn wir zum Herrn kommen, ist es nicht so, dass wir einmalig sagen, dass wir jetzt gerettet sind und danach vergessen wir es wieder. Sondern es geht vielmehr darum, das Leben zu leben, das Gott uns freigiebig geschenkt hat. Ich habe dieses Beispiel schon bereits erwähnt; ein jeder von uns wurde in diese Welt hineingeboren und erhielt das kostenlose Geschenk des Lebens. Manche Menschen umarmen dieses Leben, sie leben es in vollen Zügen, erforschen es, sie lieben es und wollen es nicht loslassen. Andere Menschen wiederum vernachlässigen ihr Leben, sie lehnen es ab und missbrauchen es. Dies ist ein Vergleich mit unserem Weg im Herrn.
Philipper 2:12-13:
„Daher, meine Geliebten – wie ihr allezeit gehorsam gewesen seid, nicht nur in meiner Gegenwart, sondern jetzt ⟨noch⟩ viel mehr in meiner Abwesenheit –, bewirkt euer Heil mit Furcht und Zittern! 13 Denn Gott ist es, der in euch wirkt, sowohl das Wollen als auch das Wirken zu ⟨seinem⟩ Wohlgefallen.“ (ELB)
Die Originalsprache des Neuen Testaments verwendet hier das Wort trainieren. Wir haben alle Muskeln und wissen, dass sie schwach werden, wenn wir sie nicht verwenden und Stress auf sie ausüben. Sie verlieren ihre Kraft und den Zweck, für welchen wir sie haben. Also gehen wir ins Fitnessstudio, um diese Muskeln zu trainieren und sie kräftig werden zu lassen. Dies ist das Wort, das die Bibel hier in Bezug auf unsere Rettung verwendet. Es hat keinen Sinn, Muskeln zu haben, wenn wir sie nicht benutzen. Gott hat uns nicht die Rettung gegeben, nur damit wir sagen können: „Ich bin gerettet“. Er möchte, dass wir sie gebrauchen, sie leben, sie erleben und sie mit anderen Menschen teilen. Was Vers 13 uns hier sagt ist: “Denn Gott ist es, der in euch wirkt, sowohl das Wollen als auch das Wirken zu Seinem Wohlgefallen.“ Das bedeutet, dass Gott uns die Fähigkeit gibt, das zu tun, was Er von uns will und Er gibt uns den Willen und den Wunsch, dies zu tun. Im Alten Testament ging es um mich und meinen Versuch, Gott zu dienen und Ihm zu gefallen. Im Neuen Testament hat Gott Sein Werk vollbracht, Christus ist in uns und hat uns den Wunsch und die Fähigkeit gegeben, Ihm zu dienen und Gott will, dass wir davon Gebrauch machen. Wie schon vorher erwähnt, ist das nicht Religion im weltlichen Sinne, sondern wir sollen dieses neue Leben so leben, wie wenn es unser eigenes wäre und dies in vollen Zügen tun. Wir öffnen uns durch Christus in uns, damit Er durch uns wirken kann. Wir wissen, dass Philippus im Johannesevangelium (14:9-11) zu Jesus gesagt hat: „Zeig uns Gott, zeig uns den Vater.“ Jesus aber sagte: „Wie lange bin ich bei euch? Wenn ihr mich gesehen habt, habt ihr den Vater gesehen. Denn die Worte die ich rede, sind nicht meine, sie kommen vom Vater, der in mir ist und die Wunder die ich vollbringe, das bin nicht ich, sondern der Vater in mir. Was ihr hier seht ist also das Wesen Gottes, die Liebe Gottes, das Werk Gottes, durch mich abgebildet.“
Die Bibel zeigt uns an zahlreichen Stellen, dass Jesus das Ebenbild des lebendigen Gottes ist und in Römer 8 wird uns gesagt, dass wir, geisterfüllte Menschen, uns dem Ebenbild von Gottes Sohn angleichen. In anderen Worten gesagt, wenn Jesus das Ebenbild des Vaters ist, sind wir das Ebenbild von Jesus. Es geht also nicht um MICH, sondern darum, dass ich mich für Jesus wie ein Gefäß öffne, damit dieser durch mich die Brüder und Schwestern in der Gemeinde, sowie die Leute in der Welt erreicht.
Galater 2:20
„und nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir; was ich aber jetzt im Fleisch lebe, lebe ich im Glauben, und zwar im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat.“ (ELB)
Es gibt einen springenden Punkt zu all dem und dieser beginnt mit der Wassertaufe. Paulus spricht hier von Tod und Auferstehung. Er sagt: „Ich bin gestorben, und doch lebe ich. Das Leben, das ich jetzt lebe ist Christus in mir.“
Die Wassertaufe ist ein wesentlicher Teil der Rettung. Sie ist Symbol dafür, sein altes Leben zu begraben. Sie ist eine einmalige Erfahrung: du wirst im Wasser getauft. Wenn wir den Heiligen Geist empfangen, empfangen wir die Auferstehung in uns. Die Wassertaufe ist eine Zusage, dass unsere Schuld und unser altes Leben der Vergangenheit angehört.
Um im Herrn erfolgreich zu sein, ist es wichtig zu verstehen, dass unser altes Leben gestorben ist. Es geht nicht mehr nur um mich, es geht nicht mehr darum, was ich fühle oder wer ich bin, sondern darum, mich dem Herrn gegenüber zu öffnen und das Licht von Jesus durch mich scheinen zu lassen. Ein Problem, das die Leute oft haben ist, dass sie versuchen die Schrift selbst zu verstehen und zu hinterfragen, was Gott sagt. Anstatt das zu tun, was Gott sagt, haben sie ihre eigene Meinung. Wenn wir das tun, dann können wir nicht erfolgreich sein. Wir schließen den Kanal, durch den Gott in uns wirken kann.
Philiper 3:13-14
„Brüder, ich denke von mir selbst nicht, es ergriffen zu haben; eines aber tue ich: Ich vergesse, was dahinten, strecke mich aber aus nach dem, was vorn ist, 14 und jage auf das Ziel zu, hin zu dem Kampfpreis der Berufung Gottes nach oben in Christus Jesus.“ (ELB)
Der Apostel Paulus verwendet hier das Beispiel eines Wettkampfes wie bei den Olympischen Spielen. Ich bin kein Läufer, aber trotzdem weiß ich, dass ein Läufer bei einem Wettkampf stolpern kann. Meistens stolpern sie, weil sie zurückschauen und sich fragen, wo die anderen Athleten sind. Sind sie hier oder weit zurück? Was Paulus hier also sagt ist, dass man immer auf das Ende fokussiert sein soll, wenn man an einem Wettkampf teilnimmt. Man schaut weder nach rechts, noch nach links und auch nicht zurück, sondern nur nach vorne. Auch wir können zurückschauen, indem wir an der Vergangenheit festhalten. Das alte Leben ist vorüber, es ist tot. Gestern ist vorüber, es ist tot und alles, was du heute getan hast, ist vorbei, außer das, was gerade passiert. Im Herrn ist es sehr wichtig, sich nur auf das zu fokussieren, was vor uns liegt und nicht auf unsere Fehler der Vergangenheit zu schauen, sondern nur auf Christus, der für uns zurückkommen wird.
Abschließend möchte ich nochmals sagen, es geht hier nicht um uns, nicht darum, was WIR fühlen oder was WIR wollen. Wenn wir uns zu sehr auf unsere Emotionen konzentrieren, haben wir verloren. Ich führe hier ein Beispiel an: Du gehst vielleicht gerade durch eine schwierige Zeit, in der du nicht weißt, wie du mit einer bestimmten Situation umgehen sollst. Dein Verstand sagt dir, dass du sie nicht bewältigen kannst und deine Welt bricht zusammen. Die Bibel aber sagt, dass wir mehr als Überwinder sind, durch den, der uns liebt. Nun stehe ich vor der Entscheidung, wem ich glaube: mir oder dem, was Gott sagt? Genau das ist das Verhalten, das wir in unserem Weg im Herrn haben sollten: unser Denken in Einklang mit der Bibel zu bringen. Wir haben über jede Situation den Sieg. Gott liebt uns sehr, Er hat uns Seine Fülle gegeben und sagt, dass wir mit Ihm gehen und in Ihm bleiben sollen, dann werden wir zahlreiche Früchte hervorbringen. Wenn wir das nicht tun, werden wir ohne Ihn nichts tun können.
Amen


