Thema von Pastor Nick aus London, Sommer Camp 2022 (Übersetzung aus dem Englischen)
Heute Abend sprechen wir über das Thema des Camps „Bewirkt euer Heil (eure Rettung) mit Furcht und Zittern“ (Philipper 2:12). Wenn wir von unserer Rettung sprechen, dann sprechen wir davon, wie wir vom Gesetz der Sünde und des Todes errettet werden können. Wenn wir nun von „bewirkt eure Rettung“ sprechen, dann meint man damit, wie wir vor Gott gerechtfertigt sein und das auch bleiben können. Pastor Lloyd hat immer gesagt: „Es gibt nur zwei Arten von Predigten: Wie wir gerettet werden und wie wir gerettet bleiben.“ Heute möchte ich von diesem Campthema das Wort EURE Rettung hervorheben. Es ist eine persönliche Angelegenheit und es liegt daher ganz allein an uns selbst, unsere Rettung zu bewirken. Das mag nun etwas einsam klingen, aber wir werden später noch hören, dass wir eigentlich nicht alleine sind. Lasst uns in Apostelgeschichte 2 starten. Das ist jene Zeit, wo die Rettung für alle verfügbar wurde und der Heilige Geist ausgegossen wurde. Damals fragten die Menschen: „Was sollen wir tun?“:
Apostelgeschichte 2:37-40
37 Als sie aber das hörten, drang es ihnen durchs Herz, und sie sprachen zu Petrus und den anderen Aposteln: Was sollen wir tun, ihr Brüder? 38 Petrus aber sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden! Und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen. 39 Denn euch gilt die Verheißung und euren Kindern und allen, die in der Ferne sind, so viele der Herr, unser Gott, hinzurufen wird. 40 Und mit vielen anderen Worten legte er Zeugnis ab und ermahnte sie und sagte: Lasst euch retten aus diesem verkehrten Geschlecht! (ELB)
Dies ist Gottes Plan der Rettung: Wir müssen bereuen und uns taufen lassen, um unsere Sünden zu bedecken und uns von der Sünde zu erretten. Wir werden auch den Heiligen Geist empfangen. Hierzu heißt es in der Schrift ausdrücklich „jeder von euch“. Dieses Versprechen ist für euch, für eure Kinder und für alle, die noch weit entfernt sind. Hier erkennen wir, dass es sich nicht um eine Gruppenangelegenheit handelt, sondern um eine individuelle Beziehung mit Gott. Das ist mit meiner eigenen persönlichen Zeugenaussage im Einklang. Ich wuchs in dieser Kirche auf und hatte als Kind davor Angst, dass meine Eltern aufsteigen würden, um den Herrn in den Lüften zu begegnen, während ich mich dabei an ihren Knöcheln festhalten würde. Ich habe damals begriffen, dass ich selbst etwas tun musste und mich dabei auf keinen anderen verlassen konnte. Es ist unsere eigene Entscheidung. Wir müssen alle die Entscheidung treffen, zu bereuen und uns taufen zu lassen, dann werden wir auch den Heiligen Geist empfangen mit dem Zeichen in Zungen zu sprechen, so wie es in der Apostelgeschichte geschrieben steht. Genau das ist die Entscheidung, die wir alle hier gemacht haben. Irgendwann kam jemand und hat uns herausgefordert, unsere Denkweise zu ändern und zu tun, was Gott uns aufgetragen hatte. Und nun, da wir den Heiligen Geist empfangen haben, müssen wir auch darin wandeln. Bewirkt täglich diese Rettung und steht auf Gottes Seite!
Wir haben kürzlich in London von Hiob gesprochen und wir werden nun etwas von ihm als Beispiel lesen. Ihr erinnert euch vielleicht an seine Geschichte. Er hatte Freunde und Familie, sowie Ziegen und Rinder, jedoch alles wandte sich gegen ihn und er verlor alles. Dennoch stand Hiob noch an Gottes Seite. Er hatte alles verloren und seine Freunde sagten ihm: „Verfluche einfach Gott und sterbe.“ Nichtsdestotrotz lesen wir hier, was am Ende geschah:
Hiob 27:2-6
2 So wahr Gott lebt, der mir mein Recht entzogen, und der Allmächtige, der meine Seele bitter gemacht hat. 3 ja, solange noch irgendetwas von meinem Atem in mir ist und Gottes Hauch in meiner Nase: 4 Wenn meine Lippen Unrecht reden und wenn meine Zunge Trug ausspricht! 5 Fern sei es von mir, euch recht zu geben. Bis ich verscheide, lasse ich meine Rechtschaffenheit nicht von mir weichen. 6 An meiner Gerechtigkeit halte ich fest und werde sie nicht fahren lassen; mein Herz schmäht nicht einen von meinen Tagen. (ELB)
Hiob war unbescholten und überzeugt, zu Gott zu stehen, ganz egal was passierte. Versetzt euch nun selbst in Hiobs Lage: Wenn alle eure Freunde euch verließen, ihr euer Zuhause verlöret und ihr ganz alleine stündet, würdet ihr immer noch an Gottes Seite bleiben? Das erinnert mich an das Lied „Ich hab entschieden“ das wir heute gesungen haben. Darin heißt es: „Wenn keiner mitgeht, ich folge weiter“ oder „Nimm doch die ganze Welt, doch gib mir Jesus“. Lasst uns unsere Integrität vor Gott bewahren. Es ist das Wichtigste, dass wir, wenngleich Stürme hereinbrechen oder wir auf die Probe gestellt werden, dennoch unsere Integrität vor Gott bewahren. Dies sind die Zeiten, in denen wir nicht vom Weg abkommen sollen, sondern uns in die Dinge des Herrn vertiefen sollen. Genauso wie Hiob festhalten und nicht loslassen wollte (Vers 6). Jeder von uns muss aber selbst eine gute Vision haben, wir können uns nicht auf jemand anderen verlassen. Für unsere Beziehung mit dem Herrn brauchen wir ein eigenes Verständnis von den Dingen des Herrn. Es handelt sich um eine persönliche Erfahrung. Aber wie ich zuvor schon gesagt habe, es klingt so, als ob wir ganz alleine wären, aber wir sind es nicht, denn Gott war sehr gnädig mit uns:
Johannes 14:18
18 Ich werde euch nicht verwaist zurücklassen, ich komme zu euch. (ELB)
In diesem Vers sprach Jesus von dem Ausgießen des Heiligen Geistes, von dem wir heute in der Apostelgeschichte lesen können. Wir lesen nun mehr dazu in Johannes 14:26- 27:
26 Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. 27 Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch. Euer Herz werde nicht bestürzt, sei auch nicht furchtsam. (ELB)
Wie gnädig ist unser Gott, dass Er uns seinen Heiligen Geist geschenkt hat, um einen Beistand zu haben und nicht alleine zu sein. Wir haben von seiner Fülle erhalten und der Heilige Geist wird uns alle Dinge lehren. Wir lesen, dass weder Höhen noch Tiefen, noch sonst irgendetwas uns von Gott trennen können, da wir nun den Heiligen Geist empfangen haben. Wir sind also nicht alleine, aber es ist dennoch ein persönlicher Weg. Es liegt an uns, von diesem Geist zu schöpfen und ihn zu verwenden. Verlasst euch nun auf diesen Beistand. Legt euer eigenes Denken zur Seite und verlasst euch auf den Herrn. Bleibt standhaft mit dem Blick auf eure Rettung.
Epheser 6:10-13
10 Schließlich: Werdet stark im Herrn und in der Macht seiner Stärke! 11 Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr gegen die Listen des Teufels bestehen könnt! 12 Denn unser Kampf ist nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Gewalten, gegen die Mächte, gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis, gegen die geistigen Mächte der Bosheit in der Himmelswelt. 13 Deshalb ergreift die ganze Waffenrüstung Gottes, damit ihr an dem bösen Tag widerstehen und, wenn ihr alles ausgerichtet habt, stehen bleiben könnt! (ELB)
Durch den Heiligen Geist haben wir Gottes Waffenrüstung erhalten. Gott hat uns nicht alleine gelassen, sondern uns gut ausgestattet. Wenn man die Schrift noch weiterläse, könnte man dann auch vom Schild, vom Helm und vom Schwert lesen, die Er uns gegeben hat. Dies sind alles Dinge, die wir durch den Heiligen Geist erhalten haben. Es liegt aber an uns, diese auch anzunehmen und zu verwenden. Dadurch können wir gegen die bösen Dinge bestehen, die uns umgeben. Wenn Probleme kommen, unsere Freunde verschwinden, unser Haus einbricht oder was es auch immer sein mag, haben wir den Herrn, der uns helfen wird.
Wenn nun Dinge in unserem Leben auf uns zukommen, dann greifen wir in unseren Werkzeugkasten, bedienen uns bei der Waffenrüstung Gottes und können dadurch erbaut werden. Denn die Bewährung unseres Glaubens bewirkt Ausharren (Jakobus 1:3). Ich denke dabei immer an die Hängebrücke aus dem Film Indiana Jones. Indiana Jones überquert diese Brücke nicht wie normale Menschen. Wenn wir diese Brücke überqueren, dann probieren wir jeden Schritt vorsichtig zu gehen, um sicherzustellen, dass alles okay ist. Das ist wie die Bewährung unseres Glaubens. Irgendwann können wir dann aber einfach über die Brücke laufen genauso wie Indiana Jones. Man kann es mit Bausteinen vergleichen, die unseren Glauben bilden. Es ist ein persönlicher Weg im Herrn, aber Er hat uns alles gegeben, was wir brauchen. Wenn wir Gott auf die Probe stellen, dann wird Er sich beweisen.
Wir sprechen nun die ganze Zeit von einem persönlichen Weg im Herrn, daher stellt sich nun die Frage, weshalb wir überhaupt in Gemeinschaft zusammenkommen. Dazu schauen wir in die folgende Schrift:
Galater 6: 1-2
1 Brüder, wenn auch ein Mensch von einem Fehltritt übereilt wird, so bringt ihr, die Geistlichen, einen solchen im Geist der Sanftmut wieder zurecht. Und dabei gib auf dich selbst acht, dass nicht auch du versucht wirst! 2 Einer trage des anderen Lasten, und so werdet ihr das Gesetz des Christus erfüllen. (ELB)
Manchmal kann es uns auf unserem Weg im Herrn passieren, dass wir abgelenkt werden oder uns etwas überwältigt. Diese Schrift ermutigt uns daher, die Lasten der anderen auch mitzutragen, um dadurch das Gesetz von Christus zu erfüllen. Was ist das Gesetz des Christus? Liebe Gott und liebt einander! Daher schauen wir aufeinander, wir helfen uns gegenseitig, wir lieben einander und sorgen uns um den anderen. Wenn nun unser Freund strauchelt oder eine schwere Zeit durchmacht, dann helfen wir ihm in Liebe. Wir kommen zusammen, um uns gegenseitig in unserer persönlichen Rettung zu helfen. Ich mache nun ein Beispiel: Früher in der Schule gab es bei uns einen Schulchor. Unser Chorleiter hat uns damals immer gesagt, dass wir wie Lokomotiven eines Zuges sein sollen. Wir haben immer im lokalen Rathaussaal gesungen und waren dort im Vergleich zu den anderen nur ein kleiner Chor. Dadurch, dass wir alle wie Lokomotiven sangen, waren wir aber sehr laut. Als wir gegen andere viel größere Schulchöre sangen, waren wir dadurch stets lauter als sie, denn in den großen Chören gab es sehr viele Wagone, viele Personen bewegten fast nicht den Mund beim Singen. Wir sind in unserem Weg mit dem Herrn ebenfalls alle Lokomotiven in einem Zug, die für den Herrn arbeiten. Es gibt vielleicht Zeiten, wo wir nicht genügend einfeuern. In jener Zeit gilt es, trotzdem am Zug festgekoppelt zu bleiben, indem wir uns von Bruderschaft umgeben. Genau das geschieht, wenn wir in der Gemeinde zusammenkommen. Wir können alle zur ganzen Fülle wachsen und uns gegenseitig ermutigen in unserer persönlichen Rettung.
Wir lesen nun in Vers 3 weiter:
Denn wenn jemand meint, etwas zu sein, während er doch nichts ist, so betrügt er sich selbst. (ELB)
Wenn jemand nun hochmütig ist und denkt: „Ach das mache ich alles alleine“ und sich vom Zug abtrennt, dann betrügt er sich selbst. Die Ermutigung ist, immer mit dem Herrn und der Bruderschaft verbunden zu bleiben. Das ist die Struktur, die Gott für uns vorgesehen hat. Wir sollen immer demütig bleiben und nicht denken, dass wir etwas Besseres sind.
Wir gehen nun noch zu den Versen 4 und 5:
4 Jeder und jede von euch soll das eigene Tun überprüfen, ob es vor Gott bestehen kann. Ob sie etwas an sich zu rühmen haben, das lesen sie dann an sich selber ab und nicht an anderen, über die sie sich erheben. 5 Jeder wird genug an dem zu tragen haben, was er selbst vor Gott verantworten muss. (GNB)
Jeder Mensch wird seine eigene Bürde tragen, es ist also wieder eine persönliche Sache, aber wir sind dazu da, uns gegenseitig zu helfen.
Hebräer 10: 23-25
23 Lasst uns das Bekenntnis der Hoffnung unwandelbar festhalten – denn treu ist er, der die Verheißung gegeben hat 24 und lasst uns aufeinander achthaben, um uns zur Liebe und zu guten Werken anzureizen, 25 indem wir unser Zusammenkommen nicht versäumen, wie es bei einigen Sitte ist, sondern einander ermuntern, und das umso mehr, je mehr ihr den Tag herannahen seht! (ELB)
Seid inmitten der Bruderschaft. Das ist der sichere Ort, den Gott für uns geschaffen hat. Ein Ort, wo wir uns gegenseitig ermutigen und aufbauen können und von den Wölfen fernbleiben können. Ich mag den Vergleich mit der Schafherde. Auf dem Land in England habe ich diese steinernen Mauern gesehen, die die Weide abgrenzen. Dorthin bringt der Hirte seine Schafe und bleibt im Tor stehen. Genauso ist der sichere Ort, den der Herr für uns geschaffen hat.
Wenn wir nun zum Motto des Camps „Bewirkt euer Heil (eure Rettung) mit Furcht und Zittern“ zurückkommen, können wir zusammenfassend sagen, dass es eine persönliche Sache ist und es an uns selbst liegt, aber wir sind nicht alleine. Der Herr hat uns den Heiligen Geist, das nötige Werkzeug und seine Waffenrüstung gegeben. Wir müssen diese Dinge aber selbst verwenden, um unseren Dienst im Herren zu vollführen. Wir müssen uns also nicht fürchten, wenn verschiedene Dinge auf uns zukommen, wir können einfach laufen wie Indiana Jones! Wir haben den Geist und wir haben einander, wie gnädig war Gott mit uns!
Wir gehen nun gleich zur letzten Schrift, welche im Grunde genommen ein Bekenntnis des Glaubens zu Gott ist.
Psalm 62:6-9
6 Nur auf Gott vertraue still meine Seele, denn von ihm kommt meine Hoffnung. 7 Nur er ist mein Fels und meine Rettung, meine Festung; ich werde nicht wanken. 8 Auf Gott ruht mein Heil und meine Ehre; der Fels meines Schutzes, meine Zuflucht ist in Gott. 9 Vertraut auf ihn allezeit, ihr von Gottes Volk! Schüttet euer Herz vor ihm aus! Gott ist unsere Zuflucht.
Wenn ihr den Heiligen Geist noch nicht habt, empfangt ihn! Bereut, lasst euch taufen und ihr werdet ihn empfangen mit dem Zeichen in Zungen zu sprechen. Das ist Gottes Plan der Rettung. Wenn ihr nun den Geist bereits habt, dann wandelt darin und verwendet ihn. Seid auch Teil von der Kirche, die Gott für euch erbaut hat, tragt bei und liebt eure Brüder und Schwestern und ermutigt euch gegenseitig. Entscheidet euch jeden Tag aufs Neue mit Gott zu stehen. Ich denke oft an Moses, wie er beim roten Meer stand. Er stand dort und sagte: „Steht und seht die Rettung des Herrn“ (2 Mose 14:13)! Wir können das gleiche tun, egal in welcher Situation.
Amen
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