Unsere Beziehung zu dem Herrn, unserem Lehrer

Thema von Nathanael aus England, Sommer Camp 2022

Wir führen mit dem Herrn eine Beziehung. Es handelt sich dabei um die Beziehung zwischen Lehrer und Schüler. Die Bibel lehrt uns, dass Gott sein gutes Werk in uns begonnen hat, als Er uns mit seinem Geist erfüllt hat. Ebenso ist Er bestrebt, dieses Werk in uns zu vollenden, bis Jesus zurückkehrt. Die Bibel sagt außerdem, dass Gott uns sowohl den Willen als auch den Wunsch gegeben hat zu tun, was Ihm wohlgefällt. Sein Geist wurde uns geschenkt, damit wir seinen Willen erkennen können.

Ich möchte nun einen Vergleich machen: Wenn ich jetzt Polnisch lernen möchte, dann gehe ich zu Pastor Konrad und bitte ihn, es mir beizubringen. Es wäre nun sehr albern, wenn ich mich gleich zu Beginn verrückt machen und mir denken würde: „Oh nein, ich kann kein Polnisch und Pastor Konrad wird bestimmt sehr wütend mit mir sein, weil ich kein Polnisch kann.“ In diesem Beispiel begreife ich also nicht ganz meine Beziehung zu Pastor Konrad und auch nicht meine eigene Position als Schüler. Leider können wir auch manchmal so in unserem Weg mit dem Herrn sein. Wir werden sehr nervös wegen der Position, in der wir uns selbst wahrnehmen, oder aufgrund dessen, wie wir uns fühlen oder was wir über uns selbst denken. Wir sollten aber eigentlich darauf fokussiert sein, was der Herr über uns sagt.

Die Bibel sagt uns, dass wir in einen geistigen Kampf verwickelt sind. Der Verstand ist eine sehr schlaue Sache, denn er kann etwas sehr glaubhaft erscheinen lassen, was eigentlich nicht der Wahrheit entspricht.

Epheser 6:11-13

11 Legt die Waffen an, die Gott euch gibt, dann können euch die Schliche des Teufels nichts anhaben.

12 Denn wir kämpfen nicht gegen Menschen. Wir kämpfen gegen unsichtbare Mächte und Gewalten, gegen die bösen Geister, die diese finstere Welt beherrschen.

13 Darum greift zu den Waffen Gottes! Wenn dann der schlimme Tag kommt, könnt ihr Widerstand leisten, jeden Feind niederkämpfen und siegreich das Feld behaupten. (GNB)

Die Bibel sagt uns, dass das Schwert für das Wort Gottes steht und das Schild unseren Glauben in dieser Welt darstellt. Hierzu nun ein Beispiel: Mein Verstand könnte mir sagen: „Ich stehe nicht richtig vor Gott“ oder „Gott hat mich verlassen“. Aber die Bibel lehrt uns, dass der Herr uns niemals verlassen oder aufgeben wird. Also egal, was wir fühlen, wir müssen glauben, was das Wort Gottes uns sagt. Was uns die Bibel zeigt ist, dass wir, um stärker zu werden, oft durch Schwierigkeiten gehen müssen. Es wird Zeiten geben, in denen ich mich richtig gut fühle, aber das ist eigentlich in keiner Weise vorteilhaft für mich selbst, ich habe einfach nur eine gute Zeit. Und dann gibt es wiederum Zeiten, wo überhaupt gar nichts gut für mich läuft, wo ich einfach nur auf die Schnauze falle, aber genau jene Zeiten sind es, in denen ich im Herrn wachsen werde. Wir haben ein Beispiel in der Bibel von Paulus, als er durch einen Dorn im Fleisch herausgefordert wurde (2. Korintherbrief 12:7-9). Diese Bibelstelle sagt uns, dass Paulus erkannt hatte, dass er in den Zeiten der Schwäche, eigentlich am stärksten war, weil er dazu gezwungen war, sich auf den Herrn zu verlassen. Wenn es mir gut geht, dann bin ich weniger dazu geneigt zu beten oder zum Herrn zu schauen. Stecke ich hingegen in Schwierigkeiten, dann brauche ich Ihn wirklich. Wenn ich nun jeden von euch hier ansehe, dann erkenne ich einen Krieger im Herrn. Und wisst ihr was, ihr seid in der Lage mehr zu ertragen als ihr denkt!

1 Johannes 3:20

dass, wenn das Herz uns verurteilt, Gott größer ist als unser Herz und alles kennt. (ELB)

Wie kommt es eigentlich, dass dieser Raum nicht mit hunderten von Personen gefüllt ist? Ganz einfach, weil es nicht in ihrem Herzen ist, nach Gott zu suchen. Die Menschen denken: „Ach mein Leben ist gar nicht so schlecht, ich besitze viele Dinge, ich bin erfolgreich.“ So kommt es, dass sie nicht nach Gott suchen. Was die Bibel uns erklärt ist, dass Gottes Beurteilung anders ist als unsere. Wir bekommen hierzu ein Beispiel von König David, davon wie Samuel beauftragt wurde, den neuen König von Israel zu salben. Samuel betrachtete die Situation aus einer körperlichen Perspektive und dachte: „Wow das ist ein königlich aussehender Mann, dieser muss der König sein“ und dann sah er David und beschrieb ihn als einen Jüngling, der noch fast ein Kind war. Der Herr aber, so heißt es, hat Davids Herz gesehen und beschreibt ihn als einen Mann nach seinem eigenen Herzen (des Herrn Herzen), daher hat Er sich an ihm erfreut. Genauso ist es mit uns. Der Herr sagt, weil wir Ihm unsere Liebe entgegenbringen, wird Er uns ebenso seine Liebe entgegenbringen. Unsere Verantwortung für uns geisterfüllte Christen ist es, eine Beziehung mit dem Herrn aufzubauen. Was wird nun wohl eine Ehefrau antworten, wenn ich sie fragte, was sie machen würde, wenn ich sie dazu aufforderte jeden Abend eine halbe Stunde mit ihrem Mann zu verbringen? Wahrscheinlich „Ja natürlich!“ Ich muss ihr also gar nicht sagen, dass sie Zeit mit ihm verbringen soll, weil sie sich daran erfreut. Und genau das ist unsere Verantwortung im Herrn, diesen Punkt zu erreichen, wo wir uns erfreuen, Zeit mit Ihm zu verbringen. Dieser Zustand ist wie ein reinigendes Feuer, das alles Schlechte wegschmelzen lässt. Und unsere Beziehung untereinander ist ein Spiegelbild von unserer Beziehung mit dem Herrn. Zurück zu unserem Beispiel am Anfang: „Aber Pastor Konrad ich bin in Panik, ich kann kein Polnisch, ich kann kein Polnisch!“ Wir müssen erkennen, dass der Herr unser Lehrer ist, Er ist kein Gott, der uns unterdrückt. Wir müssen ehrlich und aufrichtig sein, wenn es da etwas gibt, was uns schwerfällt. Denn glaubt mir, der Herr kann jede Situation wenden. Die Bibel sagt uns, dass der Herr uns der Schwachheit unterworfen hat, sodass wir uns der Hoffnung unterwerfen werden. Wenn wir also nicht diese Dinge erleiden würden, weshalb bräuchten wir den Herrn?

Hebräer 4:14-16

14 Da wir nun einen großen Hohen Priester haben, der durch die Himmel gegangen ist, Jesus, den Sohn Gottes, so lasst uns das Bekenntnis festhalten!

15 Denn wir haben nicht einen Hohen Priester, der nicht Mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten, sondern der in allem in gleicher Weise wie wir versucht worden ist, doch ohne Sünde.

16 Lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zur rechtzeitigen Hilfe! (ELB)

In Vers 14 spricht es von Bekenntnis, damit ist gemeint, dass wir bekennen sollen, was der Herr über uns sagt. Wenn ich mich nun wirklich bemüht habe Polnisch zu lernen, dann bereitet es anderen Brüdern und Schwestern in Polen Freude, denn ich bin mir sicher, sie genießen es nicht, die ganze Zeit in Englisch sprechen zu müssen. Ich versuche also, Schritt für Schritt in die richtige Richtung zu gehen. Genau das sagt der Herr auch zu uns: „Versuche es einfach!“ Denn es gibt Menschen da draußen, die nicht einmal einen einzigen Versuch wagen werden. Setzt euer Vertrauen auf das, was der Herr getan hat.

Wenn ihr nun wissen wollt wer unser Lehrer ist, diese letzte Schrift zeigt es:

Psalm 46:2

Gott ist uns Zuflucht und Stärke, als Beistand in Nöten reichlich gefunden. (ELB)

Lernt also den Herrn kennen!

Amen

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