Es scheint, als sei es in der menschlichen Natur, dass wir sehr häufig missverstehen oder missinterpretierten was jemand sagt oder geschrieben hat. Unglücklicherweise wird auch die Schriftpassage vom Dieb am Kreuz im Evangelium von Lukas oft missverstanden.
Genauer gesagt basieren viele Menschen heute ihre Rettung auf einer falschen Interpretation dieser Schrift.
Lasst uns einen Blick auf die besagte Schrift werfen.
Lukas 23:39-43 Einer der gehenkten Übeltäter aber lästerte ihn: Bist du nicht der Christus? Rette dich selbst und uns! 40 Der andere aber antwortete und wies ihn zurecht und sprach: Auch du fürchtest Gott nicht, da du in demselben Gericht bist? 41 Und wir zwar mit Recht, denn wir empfangen, was unsere Taten wert sind; dieser aber hat nichts Unstatthaftes getan. 42 Und er sprach: Jesus, gedenke meiner, wenn du in dein Reich kommst! 43 Und er sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.
Wenn wir diese Schrift mit der im Matthäusevangelium vergleichen, erkennen wir, dass beide Diebe Jesus verspottet haben.
Matthäus 27:44 Auf dieselbe Weise schmähten ihn auch die Räuber, die mit ihm gekreuzigt waren.
In Vers 44 lesen wir deutlich, dass die Räuber die mit ihm gekreuzigt wurden Jesus verspotteten.
Stell dir vor dort zu sein: Die Obersten der Juden, das Volk und die Diebe, verspotteten alle Jesus. Sie dachten sich, dass er, der sich zum Messias erklärt hatte, endlich zum Tod verurteilt wurde. Dies erkannte auch der Dieb, weil er sah, dass Jesus zum gleichen verurteilt wurde wie er. (Lukas 23:40) Er erkannte, dass alle drei beim Sterben waren und verspottete ebenfalls Jesus. Das war die Atmosphäre in diesem Moment.
Es ist wichtig für uns zu verstehen:
Am Kreuz repräsentierte Jesus nicht sich selbst, sondern unsere Sünden, er wurde zum Fluch für uns. (Galater 3:13-14 Christus hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes, indem er ein Fluch für uns geworden ist – denn es steht geschrieben: „Verflucht ist jeder, der am Holz hängt!“ –, 14 damit der Segen Abrahams in Christus Jesus zu den Nationen kam, damit wir die Verheißung des Geistes durch den Glauben empfingen.)
Obwohl Gott seinen Sohn liebte, hat er die ganze Last unserer Sünde auf ihn gelegt, weil Jesus zu unserer Sünde wurde.
2 Korinther 5:21 Den, der Sünde nicht kannte, hat er für uns zur Sünde gemacht, damit wir Gottes Gerechtigkeit wurden in ihm.
Deshalb gab es weder Befreiung noch Trost für ihn am Kreuz, weil es für unsere Sünden keinen Trost gab, sie mussten komplett gerichtet werden. Jedes Gericht musste an ihm ausgeführt werden, darum war Jesus ganz allein und verlassen (er spiegelte die Sünde wider und nicht sich selbst) und so schrie er in seiner Qual: Mein Gott, mein Gott warum hast du mich verlassen? (Matthäus 27:46, Psalm 22:1)
Die Schrift hat klar prophezeit, dass er keinen Tröster haben wird. Warum? Weil er unsere Sünden repräsentierte und diese können keinen Trost erhalten. Sie mussten vollständig gerichtet werden. Dies unterstreicht, welch großes Opfer Jesus für uns vollbracht hat. Lasst uns das nicht untergraben!
Psalm 69:21-22 Der Hohn hat mein Herz gebrochen, und ich bin ganz elend; und ich habe auf Mitleiden gewartet, und da war keines, und auf Tröster, und ich habe keine gefunden. 22 Und sie gaben in meine Speise Galle, und in meinem Durst tränkten sie mich mit Essig.
Vergleichen wir nun die Apostel mit den Dieben:
Wenn der Dieb wirklich Reue gezeigt hätte, wäre es für Jesus, der unsere Sünden repräsentierte, extrem beruhigend gewesen, denn es hätte ihn erinnert, dass er vom Tod auferstehen und zu Gott aufsteigen wird (und so in sein Königreich kommt). Das hätte bedeutet, dass Jesus nicht ganz alleine gewesen wäre, was eine Untergrabung von seinem Opfer bedeutet hätte.
Auf der anderen Seite stehen die Apostel, zu denen Jesus sagte:
Matthäus 13:16-17 Glückselig aber eure Augen, dass sie sehen, und eure Ohren, dass sie hören; 17 denn wahrlich, ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte haben begehrt zu sehen, was ihr anschauet, und haben es nicht gesehen; und zu hören, was ihr höret, und haben es nicht gehört.
Sie glaubten nicht daran, dass Jesus von den Toten auferstehen oder in sein Königreich aufsteigen würde. Als die Frauen davon berichteten, wie sie Jesus begegnet waren, war deren Reaktion die von Ungläubigen…
Lukas 24:10-11 Es waren aber die Maria Magdalene und Johanna und Maria, des Jakobus Mutter, und die übrigen mit ihnen, welche dies zu den Aposteln sagten. 11 Und ihre Reden schienen vor ihnen wie ein Märchen, und sie glaubten ihnen nicht.
Trotzdem glauben heute einige, dass dieser Dieb (welcher kein Apostel war), einen Einblick in Gottes Plan hatte und erkannte, dass Jesus nicht nur von den Toten auferstehen, sondern auch in sein Königreich aufsteigen würde. Und sie glauben dies trotz der Zeugenaussage von Matthäus, die besagt, dass beide Diebe Jesus verspotteten. (Matthäus 27:44)
Wohin ging Jesus dann an diesem Tag?
Lukas 23:43 Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradiese sein.
Als Vermerk: Paradies (Griechisch- Paradeisos)- kann als Park, Garten, Erde übersetzt werden. original im Persischen- verwendet für die Parks/Gärten der Persischen Adeligen und Könige (Alt. Persisch- Pairidaeza). Die Septuaginta verwendet den Begriff im Alten Testament für Garten (Siehe Genesis 2:8; Numeri 24:6; Jesaja 1:30; Jeremia 29:5; Hezechiel 31:8,9)
Wenn auch der oben genannte Vermerk einen Hinweis für die Bedeutung vom original griechischen Wort im neuen Testament gibt, glauben dennoch einige, dass Jesus und der Dieb in den Himmel gingen an dem Tag der Kreuzigung.
Was passierte mit Jesus‘ Körper?
Johannes 19:38-42 Nach diesem aber bat Joseph von Arimathia, der ein Jünger Jesu war, aber aus Furcht vor den Juden ein verborgener, den Pilatus, daß er den Leib Jesu abnehmen dürfe. Und Pilatus erlaubte es. Er kam nun und nahm den Leib Jesu ab. 39 Es kam aber auch Nikodemus, der zuerst bei Nacht zu Jesu gekommen war, und brachte eine Mischung von Myrrhe und Aloe, bei hundert Pfund. 40 Sie nahmen nun den Leib Jesu und wickelten ihn in leinene Tücher mit den Spezereien, wie es bei den Juden Sitte ist, zum Begräbnis zuzubereiten. 41 Es war aber an dem Orte, wo er gekreuzigt wurde, ein Garten, und in dem Garten eine neue Gruft, in welche noch nie jemand gelegt worden war. 42 Dorthin nun, wegen des Rüsttags der Juden, weil die Gruft nahe war, legten sie Jesum.
Was passierte mit seiner Seele?
Apostelgeschichte 2:22-31 Männer von Israel, höret diese Worte: Jesum, den Nazaräer, einen Mann, von Gott an euch erwiesen durch mächtige Taten und Wunder und Zeichen, die Gott durch ihn in eurer Mitte tat, wie ihr selbst wisset- 23 diesen, übergeben nach dem bestimmten Ratschluss und nach Vorkenntnis Gottes, habt ihr durch die Hand von Gesetzlosen ans Kreuz geheftet und umgebracht. 24 Den hat Gott auferweckt, nachdem er die Wehen des Todes aufgelöst hatte, wie es denn nicht möglich war, dass er von demselben behalten würde. 25 Denn David sagt über ihn: “Ich sah den Herrn allezeit vor mir; denn er ist zu meiner Rechten, auf dass ich nicht wanke. 26 Darum freute sich mein Herz, und meine Zunge frohlockte; ja, auch mein Fleisch wird in Hoffnung ruhen; 27 denn du wirst meine Seele nicht im Hades zurücklassen, noch zugeben, dass dein Frommer Verwesung sehe. 28 Du hast mir kundgetan Wege des Lebens; du wirst mich mit Freude erfüllen mit deinem Angesicht.” 29 Brüder, es sei erlaubt, mit Freimütigkeit zu euch zu reden über den Patriarchen David, dass er sowohl gestorben als auch begraben ist, und sein Grab ist unter uns bis auf diesen Tag. 30 Da er nun ein Prophet war und wusste, dass Gott ihm mit einem Eide geschworen hatte, von der Frucht seiner Lenden auf seinen Thron zu setzen, 31 hat er, voraussehend, von der Auferstehung des Christus geredet, dass er nicht im Hades zurückgelassen worden ist, noch sein Fleisch die Verwesung gesehen hat.
Hades (griech.)- „Das Grab“ – siehe auch Psalm 16:8-11
Die Schrift bezeugt klar, dass Jesus nicht vor dem 3. Tag auferstand, 1 Korinther 15:3-8 und dass er nicht vor den 40 Tagen nach seiner Auferstehung in den Himmel auffuhr, Apostelgeschichte 1:2-3. Also erkennen wir, dass weder Jesus noch der Dieb am Tag der Kreuzigung in den Himmel auffuhr.
Wie zuvor schon gezeigt im Matthäus Evangelium, haben beide Diebe Jesus verspottet.
Wenn jemand glaubt, dass der Dieb bereute und Rettung fand in diesem Bericht von Lukas, (Lukas 23:39-43), und dass diese Schrift eine Möglichkeit aufzeige, wie man gerettet werden könne, würde das Zeugnis von Matthäus einen unglaublich wichtigen Punkt der Rettung auslassen. Die Wahrheit aber ist, dass Matthäus keinen einzigen Punkt der Rettung ausließ, sondern lediglich bezeugte, dass beide Diebe Jesus verspotteten.
Ein neuer Bund
Obwohl die vier Evangelien, zu den 27 Büchern zählen, welche wir als das Neue Testament bezeichnen, gehören Jesus‘ Leben auf Erden, seine Predigt, sein Tod und seine Auferstehung, eigentlich zum Alten Testament, welches oft als das Gesetz des Moses bezeichnet wird.
Jesus wurde geboren unter dem Gesetz (dem Alten Testament)
Galater 4:4-5 Als aber die Fülle der Zeit gekommen war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Weibe, geboren unter Gesetz, 5 auf dass er die, welche unter Gesetz waren, loskaufte, auf dass wir die Sohnschaft empfingen.
Jesus ist der Vermittler vom Neuen Bund
Hebräer 12:24 und zu Jesu, dem Mittler eines neuen Bundes; und zu dem Blute der Besprengung, das besser redet als Abel.
Jesus erhielt keine ewige Erlösung für uns bis er in den Himmel (geistig bezeichnet als der heilige Ort) auffuhr. Hebräer 9:12,24
Das Neue Testament war hier noch nicht in Kraft getreten.
Im Neuen Testament gibt es nur einen einzigen Weg der in das Königreich Gottes führt und dies steht in Johannes 3:5 Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, dass jemand aus Wasser und Geist geboren werde, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen.
Der Dieb war nicht aus Wasser und Geist geboren, da der Heilige Geist noch nicht ausgegossen werden konnte, bis Jesus verherrlicht wurde. Jesus wurde nicht am Kreuz verherrlicht.
Johannes 7:39 Dies aber sagte er von dem Geiste, welchen die an ihn Glaubenden empfangen sollten; denn noch war der Geist nicht da, weil Jesus noch nicht verherrlicht worden war.
Jesus wurde verherrlicht als er zur Rechten Gottes erhoben wurde und dann erst am Pfingsttag empfingen die Apostel den Heiligen Geist und nicht zuvor.
Apostelgeschichte 2:33 Nachdem er nun durch die Rechte Gottes erhöht worden ist und die Verheißung des Heiligen Geistes vom Vater empfangen hat, hat er dieses ausgegossen, was ihr sehet und höret.
Was sollen wir tun?
Anstatt auf eine Lehre zu vertrauen ohne ein Fundament der biblischen Schriften, befolge diese einfache biblische Anweisung:
Apostelgeschichte 2:37-38 Als sie aber das hörten, drang es ihnen durchs Herz, und sie sprachen zu Petrus und den anderen Aposteln: Was sollen wir tun, Brüder? Petrus aber [sprach] zu ihnen: Tut Buße, und ein jeder von euch werde getauft auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden, und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.


